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Bis Mitte des 19. Jahrhundert wurde ausschließlich mit Holzkugeln gespielt,
die zumeist aus Ulmen-, Buchen-, oder Buchsbaumholz hergestellt wurden. da
sich diese trotz des verwendeten Hartholzes erstaunlich schnell abnutzten,
wurden diese (um 1840) vereinzelt mit metallenen Hufnägeln versehen.
Erst mit der Industrialisierung, wobei auch Nägel maschinell hergestellt
werden konnten (um 1870), wurden diese auch zum Beschlagen der Boulekugeln
verwendet.
Boule cloutée
Bis ca. 1930 wurde noch in Handarbeit aus
Buchsbaumwurzeln Holzkugeln
gefertigt.
Diese wurden nach dem Drechseln genagelt. Dabei gab es zwei Arten des
Nagelns.
a) schuppig - dabei wurden ausschließlich runde Nägel, aus Messing,
Kupfer oder Stahl, spiralförmig eingeschlagen, so dass am Ende eine
glatte. die ganze Holzkugel bedeckende Fläche entstand.
b) Nagel neben Nagel - dabei wurde oft ein Muster auf die Holzkugel
vorgezeichnet und die runden, sechseckigen oder auch viereckigen Nägel
wurden danach eingeschlagen.
Herstellung
Seit ca. 1930 werden nun auch die Boulekugeln maschinell gefertigt, was
natürlich ein großes Maß an Rundlauf sowie Gewichts- und
Durchmessergenauigkeit erbrachte. Das Verfahren zur Herstellung der Kugeln
unterscheidet sich bei den einzelnen Anbietern nur sehr gering. Hier nun
der Ablauf der 6 wichtigsten Herstellungsschritte.
- 1
Aus
einem Rundstahl, wird zunächst ein Stück, nach Gewicht einer Halbschale,
abgesägt.
- 2 Dieser Zylinder wird in einer ersten Stufe erwärmt und gewalzt
- 3 Als nächstes wird das brotförmige Stahlteil nochmals erhitzt und in die
gewünschte Größe gewalzt.
- 4 Nun
wird in einer Presse diese Stahlscheibe zu einer
Halbschale gepresst.
- 5 Zwei
dieser Halbschalen werden, nach dem anschrägen der Kanten, elektrisch
verweißt.
- 6 Nach dem Verschleifen der Schweißnaht wird der
Rundlauf,
Gewicht und Durchmesser kontrolliert. Die
Kugel wird oberflächengehärtet, erhält eventuell ein
Muster, wird poliert und abschließend wird noch die erforderliche Gravur der
"Marke", des "Gewichtes" und der
"Seriennummer" hinzugefügt.
Erlaubt ist noch das nachträgliche Eingravieren des Namens oder der
Initialen des Spielers.

Freizeitkugeln
Inzwischen werden Boulekugeln auch in Deutschland nicht nur von
Direktimporteuren der französischen Hersteller auf Wettbewerben oder über
einzelne Sportgeschäfte vertrieben. Auch Supermärkte, Unternehmen wie IKEA
oder aber auch Versandhäuser bieten Boulekoffer mit 6-8 Kugeln mitsamt dem
Zubehör zum Kauf an. Dies sind jedoch in der Regel sehr preiswerte, verchromte
und vom Verband nicht zu Wettbewerben zugelassene Freizeitkugeln. Zudem sind oft
nur jeweils zwei Kugeln, mit dem gleichen Muster versehen im Koffer, was das Auseinanderhalten bei Tête
oder Doublette sehr erschwert.
Wettkampfkugeln
Dies sind Kugeln mit guter Qualität bezüglich Haltbarkeit, Rundheit und
Ausgewogenheit. Ein Satz besteht aus 3 Kugeln. Jeder Satz ist durch 3
eingravierte Merkmale einmalig und eindeutig identifizierbar. Dies sind ein
Hersteller-Kürzel, das Gewicht und eine Seriennummer.
Größe und Gewicht
Die heutigen Spielkugeln bestehen überwiegend aus Stahl. Sie müssen ein
Gewicht zwischen 650 und 800 g haben und ihr Durchmesser kann zwischen 70,5 und
80,0 mm variieren.
Die Auswahl
Um Freude am Spiel zu haben und erfolgreich zu sein, sollte man beim Kauf
der Kugeln darauf achten, dass diese die eigene bevorzugte Spielweise
unterstützen. Neben den Kriterien Größe und Gewicht können auch die
Oberfläche und die Oberflächenhärte eine Rolle spielen. Als
Orientierung: Ein Leger wird eher kleine, schwere, stark geriffelte und
harte Kugeln verwenden, da diese besser die Richtung halten und ein
kleineres Ziel bieten. Ein Schiesser wird sich eher große, leichte,
glatte und weiche Kugeln zulegen, um eine größere Chance für einen
Treffer zu haben.
Kosten für Kugeln und Zubehör
Pétanque ist eine vergleichsweise günstige Freizeitbeschäftigung. Ein guter
Satz Kugeln kostet rund 80,- €. Hinzu kommen können eine Zielkugel, ein Tuch
zum Säubern der Kugeln, ein Messgerät und eine Tasche.
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